Samstag, 26. November 2016

Der Angstmann - von Frank Goldammer


Klappentext:
Dresden 1945.
Eine Stadt in Trümmern.
Ein brutaler Frauenmörder wird gejagt.

Der erste Fall für Kriminalinspektor Max Heller

In den Wirren des letzten Kriegswinters ist Kriminalinspektor Heller einem grausamen Frauenmörder auf der Spur, der die Bevölkerung in Angst und Schrecken versetzt. Nicht nur sein Vorgesetzter legt ihm bei seinen Ermittlungen Hindernisse in den Weg. In der beispiellosen Bombennacht
am 13. Februar 1945 kommt es zum dramatischen Höhepunkt...




Dieses Buch hab ich bei einer Leserunde bei LovelyBooks gewonnen und danke dem Autor Frank Goldammer recht herzlich für diese Möglichkeit.

Was hat mich an dem Buch gereizt?
Zu allererst wirklich das Cover und der Titel und dann haben mich der Klappentext und die Beschreibung des Autors neugierig gemacht.

Hier treffen Wirklichkeit und Fiktion aufeinander!
Mitten im Kriegsgeschehen des zweiten Weltkrieges, speziell im November 1944 bis zum 13.Februar 1945, als britische Bomben Dresden völlig zerstörten und anschließend die Russen im Mai 1945 die Macht übernahmen, jagt Kriminalinspektor Max Heller einen Serienkiller.
Beides wird sehr gut geschildert.
Die Angst, wenn wieder Alarm ist und alle dicht gedrängt im Keller Schutz suchen, wie sie von da die Einschläge der Bomben hören und die die Erschütterungen spüren.
Die Angst vor dem nächsten Bombenangriff, die überfüllten Krankenhäuser und all die Flüchtlinge.
Die tägliche Suche nach Nahrung, niemanden mehr trauen können, weil man nie weiß auf welcher Seite das Gegenüber steht. All das spürt man als Leser, denn die bedrückende Stimmung wird sehr gut vermittelt.

Als der Krieg vorbei ist hat die Lage sich auch nicht gebessert. Jeder muss sich mit wenig bis fast gar nichts durchschlagen, alles liegt in Schutt und Asche und der Russe hat die Macht übernommen.
Nun heißt es lieber unsichtbar zu bleiben und bloß nicht auffallen.
Aber Heller ermittelt weiter, denn der Angstmann hat wieder zugeschlagen!
Und er bekommt sogar Hilfe von einem Russen, wobei dieser aber andere Ambitionen hat.
Trotz des ungleichen Paares von Heller und Andrej Saizev ergänzen sich die beiden gegenseitig und passen auf ihre Art doch zusammen. Heller nimmt was er kriegen kann und bleibt nach allen Seiten so neutral wie möglich, um seine Lage nicht zu verschlechtern, bleibt aber seiner Sache treu und setzt sich auch durch wenn es mal sein muss.

Das Buch war sehr gut zu lesen und ich bin von Anfang an in der Geschichte drin gewesen.
Heller ist ein sympathischer Typ, der trotz privater Sorgen und Kriegssituation in seinem Beruf aufgeht und die Mordfälle aufklären will, auch wenn Klepp von der Gestapo ihm immer wieder Steine in den Weg legt.
Der Schreibstil ist sehr bildlich. Ich hatte die zerstörte Stadt vor Augen, obwohl ich sie nicht kenne. All die Ruinen und Trümmerberge, in dem jeder versucht so gut zu überleben wie es geht.
Geschickt streut der Autor immer wieder neue Verdachtsmomente ein und mein „Sherlock-Gen“ war ständig am arbeiten. Immer wenn ich gerade wieder einen als Täter im Hinterkopf hatte, kam ich auch schon wieder ins Grübeln, weil schon wieder was Anderes verdächtig war.
Das Ende kam dann doch ganz anders und war auch schlüssig – wo ich aber eben so gar nicht drauf gekommen wäre.
Und auch wenn dieser fiktive Kriminalfall in einer schlimmen, echten Zeit spielt, so ist doch beides meiner Meinung nach gelungen. Weder der Kriminalfall noch der Krieg nehmen den größten Teil der Geschichte ein, sondern sind miteinander verbunden, wie ich finde.
Ein bisschen mehr von Heller, seiner Frau und die beiden Söhne – die als Soldaten an der Front sind – hätte ich mir noch gewünscht, aber trotzdem eine runde Geschichte.

Zitat:

"Dumm ist es, einem Führer bedingungslos bis in den Tod zu gehorchen."
[Seite 282]

Dem ist nichts mehr hinzu zufügen!

Mein Fazit:
Eine schlimme Zeit, die sich nie wiederholen darf, mit einem fiktiven Krimifall kombiniert zu einer runden und spannenden Geschichte, ohne was zu beschönigen und mit gut recherchiertem Hintergrund.
Ein Kriminalfall, der mein „Sherlock-Gen“ gut in die Irre geführt hat und ich schon auf die Fortsetzung gespannt bin, die (leider) erst im Herbst 2017 heraus kommen soll.

***************
Meine Ausgabe mit Blick ins Buch
Der Angstmann 
Ausgabe - Broschiert
Seiten - 336
ISBN - 978-3-423-26120-3
Erschienen - Sept. 2016
Verlag - dtv premium

Kommentare:

  1. Hey,
    danke fürs vorstellen. Ich hab den Titel als Hörbuch auf die Wunschliste gesetzt.
    Krimis und Thriller mag ich halt am liebsten in dem Format, daher freu ich mich total, dass es auch bereits als Hörbuch erschienen ist :)
    Liebe Grüße und einen schönen ersten Advent,
    Ela

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    1. Huhu Ela,

      also ich fand es echt gut. Wie das nun mit enem Hörbuch ist kann ich natürlich nicht beurteilen, denn die funktionieren bei mir nicht. Da läuft bei mir einfach kein Kopfkino.
      Bei Amazon läuft zwar ein "Onkel Uhu" durch sämtliche guten Kommentare und hetzt und wettert sowohl gegen die guten Kritiken als auch gegen den Autor selber - aber dem kann man nicht für voll nehmen. Was ich ihm auch über einen Kommentar erklärt habe ^__^
      Ne, also das Buch ist schon gut gelungen und ich bin echt auf den 2. Teil gespannt.

      Hoffe du hattest auch einen schönen Advent und wünsche einen guten Start in die neue Woche.

      Ganz liebe Grüße zurück!

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    2. hallo Su,
      ach von solchen Kommentaren lass ich mich nicht beeinflussen.
      Wenn der Sprecher gut ist, ist alles ok. Die Geschichte bleibt ja vom Inhalt dieselbe. :)
      Ich bin echt froh, dass bei mir Hörbücher sehr gut klappen.
      Liebe Grüße
      Ela

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**Alle Rechtschreibfehler sind volle Absicht! Zusammen ergeben sie eine geheime Nachricht mit der ich versuche, die Weltherrschaft an mich zu reißen…** ;-) Wen das nicht stört und mutig genug ist, der darf mir gerne einen Kommi dalassen. Ich freu mich! :o)